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Perfekt genusslos ausgebrannt und erschöpft.

von | Dez 27, 2019 | Blog | 0 Kommentare

In der aktuellen EMOTION (Ausgabe 01-2020) findest du den wundervollen Artikel der Redakteurin Stella Brikey mit dem Titel „Ein bisschen Rausch muss sein“, bei dem auch ich ein wenig mitwirken durfte. Frau Brikey hatte mir für ihre Vorbereitungen im Vorfeld ein paar Fragen gestellt. Ihre Fragen und meine vollständigen Antworten kannst du hier in diesem Blog nun nachlesen.

Welche Rolle spielt Genuss?

Stella Brikey: „Liebe Frau Krone, Sie schreiben auf Ihrem Blog über ihre Erfahrungen als Mutter. Sie fühlten sich oft gestresst, müde, fanden jedoch Wege, um ihr Energielevel wieder hochzufahren. Welche Rolle spielte dabei Genuss? Sei es gutes Essen, ein Glas Wein, ein schöner, ggf. auch feuchtfröhlicher Abend mit Freundinnen … Mal wieder tanzen gehen usw.“

Verena Krone: „Genuss spielt heute bei mir eine sehr große Rolle. Denn als ich damals erkannte, dass ich mein Limit erreicht hatte, musste ich mir ehrlich eingestehen, dass es manch eine Genuss-Baustelle in meinem Alltag gab. Ich genoss meine Mahlzeiten nicht in Ruhe und Fürsorge für mich. Steckte ich im Business, war ich in Gedanken bei meinen Kindern. Und umgekehrt. Ich hatte keine Ruhe, um die Zeit mit meinen Kindern auf dem Spielplatz in vollen Zügen zu genießen und einfach mit ihnen herumzutoben. Zeit für meine eigenen Bedürfnisse habe ich gar nicht erst eingeplant, insbesondere seitdem ich Mutter bin. Kein Wunder, dass ich nach wenigen Jahren auch keinen guten Zugang mehr zu meinen Bedürfnissen hatte. Ich funktionierte nur noch und alles unter dem Deckmantel „Es muss perfekt sein.“

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Warum optimieren wir uns so streng selbst?

Stella Brikey: „In letzter Zeit hat man häufig das Gefühl: Alles, was Spaß macht, wird verboten oder ist verpöhnt. Das fängt beim Fliegen an und hört beim Rauchen und Fleisch essen auf. Plötzlich schlürfen alle grüne Smoothies und verkatert zur Arbeit kommen GEHT GAR NICHT. Hat das mit unserer Selbstoptimierungsgesellschaft zu tun? Warum sind wir plötzlich alle so gehemmt?“

Verena Krone: „Rauchen macht Spaß? Ich bin Nichtraucherin und kann hier nicht mitreden. 😉 Ansonsten bin ich ganz bei Ihnen. Wir wollen alles perfekt machen und perfekt haben. Und hier liegt die eigentliche Krux. Denn Perfektionismus ist keine Realität, sondern nur eine Interpretation. Und damit eine sehr persönliche Betrachtungsweise. Der ganze Selbstoptimierungswahn spiegelt für mich oft eher Unsicherheit wider. Wir haben Angst Fehler zu machen. Wissen nicht, wie wir uns entscheiden sollen und orientieren uns dann an anderen bzw. am Außen. Und was sehe wir da? Unmengen an Informationen, wie es perfekt zu laufen hat oder ich bekomme sogar das Gefühl, dass ich allein mit meiner Existenz diese Erde zu sehr belaste. Es ist so vieles einfach viel zu extrem geworden. Wir haben heute mehr Möglichkeiten, als jemals zuvor und gleichzeitig haben wir das Gefühl, dass die Nutzung dieser Möglichkeiten nicht gut sei. Alles wird unter die Lupe genommen und bewertet. Wie soll man da noch Spaß empfinden?“

Ist Ekstase gesund?

Stella Brikey: „Können Sie mir die positiven Effekte einer feuchtfröhlichen Nacht darlegen, an deren Ende man sich möglicherweise sogar noch einen „bösen“ Burger bei McDonalds gegönnt hat, während der Babysitter auf die Kids aufpasst? Klar, Alkohol & Co. tun dem Körper streng genommen nicht gut. Aber was ist mit den Glückshormonen? Der Seele? Wie wichtig sind solche Auszeiten gerade für Mütter?“

Verena Krone: „Gelegentliche Ekstase trainieren unsere Flexibilität, und zwar auf den Ebenen – unserer Psyche, unseres Immunsystem und unseres Stoffwechsels. Hormone sind hier sehr wichtige Botenstoffe. Für unsere Glücksgefühle ist unter anderem unser Hormon Serotonin verantwortlich. Schokolade bzw. Kakao (also Schokolade mit sehr hohem Kakaoanteil 😜 ) und intensive Bewegung schenken uns beide eine gute Portion davon. Außerdem ist es nicht uninteressant, dass das meiste Serotonin in unserem Körper im Darm sitzt und gebildet wird. Da es vom Darm zum Gehirn mehr Nervenbahnen gibt, als umgekehrt ist 1. klar, warum wir unseren Darm unser zweites Gehirn nennen. Was in unserem Darm abläuft, spiegelt sich in unserem Gehirn. und 2. muss unser Darm gesund sein, um überhaupt Freude empfinden zu können. Aber Achtung. Das Serotonin, das wir über unsere Nahrung aufnehmen, kann die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden und macht unser Gehirn damit nicht glücklich. Der Rausch ist eher dem Zucker zuzuschreiben. Und der ist gelegentlich auch mal völlig in Ordnung. Auch in größeren Mengen und auch in Form von Fast Food. Allerdings nur in Kombination mit Genuss. Denn alles andere bereitet nur ein schlechtes Gewissen. Nichts spricht dagegen immer wieder einmal richtig schön und gepflegt feiern zu gehen. Vielleicht sogar direkt mit einem gebuchten Hotelzimmer, so dass gleich auch noch in Ruhe ausgeschlafen und am nächsten Morgen ein Frühstück ohne Kinder genossen werden kann.“

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Brennt uns Perfektionismus aus?

Stella Brikey: „Sehen Sie Zusammenhänge zwischen Burn-Out / Depressionen und zu wenig Genuss?“

Verena Krone: „Total, denn sehr oft arbeiten wir eine Menge „Verpflichtungen“ ab, ohne unser Leben genießen zu können. Der größte Knackpunkt ist meiner Meinung nach der mangelnde Genuss und nicht, dass so viel zu tun ist. Diesen Unterschied sehen wir nämlich zwischen Menschen, die ein genussvolles und leidenschaftliches Leben führen, im Vergleich zu denen, die in ihrem Leben keine totale Freude an dem empfinden, was sie jeden Tag machen. Unsere Hormone spielen hier natürlich wieder eine entscheidende Rolle. Serotonin, Dopamin und Endorphine werden immer dann vermehrt ausgeschüttet, wenn wir ein Leben voller Freude und Motivation führen. Vielleicht sind wir also nicht ausgeburnt, sondern ausgebornt. 😉“

 

 

 

Gibt es einen Vorteil im Sich-daneben-benehmen?

Stella Brikey: „Fast jeder kennt das: Man wacht am nächsten Morgen auf und schämt sich für peinliche (Suff-)Momente, muss aber gleichzeitig lachen. Können Sie ein paar Worte dazu schreiben, warum es total okay ist, sich auch mal daneben zu benehmen? Z.B. wenn man im Job oder als Übermutter immer superkorrekt ist. Ich denke dabei an den Film „Bad Moms“, in dem überforderte Mütter endlich mal auf den Putz hauen und damit eine neue Bewegung lostreten.“

Verena Krone: „Kleine Stressoren schützen vor großen Stressoren.“ Diesen Merksatz gebe ich meinen Klienten immer mit. Was bedeutet er? Kleine Stressoren sind Herausforderungen, die uns ein wenig aus der Bahn werfen, die wir jedoch leicht lösen können und die vor allen Dingen, schnell wieder vorbei sind. Denn jeder Stress – ob positiver oder negativer – aktiviert die gleichen Stresssysteme. Je fitter wir darin sind, mit kleinen und nicht existenziellen Herausforderungen umgehen zu können, um so besser begegnen wir einem unangenehmen Konflikt oder einer existenziellen Entscheidung. Alte Stressoren sind zum Beispiel – mal ein bisschen frieren, wie beim kalten Duschen oder mal mit dem T-Shirt bei kalten Außentemperaturen raus zu gehen. Oder mal Hitze, wie beim Saunagang. Gelegentlich mal schreien und ausrasten, um der schlechten Energie Luft zu verschaffen, um dann wieder in Ruhe weiter machen zu können. Aber auch mal richtig feiern und sich alles gönnen, was man sich sonst verkneift. Der Film „Bad Moms“ stellt so manches natürlich sehr überspitzt dar, doch er enthält sehr viele wertvolle Tipps, die sich gerade Mütter annehmen sollten, die leicht in die Perfektionismusfalle tappen: lass deine Kinder ihre eigenen Erfahrungen machen; traue deinen Kindern zu, sich auch um sich selbst kümmern zu können (Filmbeispiel: Frühstück und Schulbrote selbst machen); sage öfter einmal NEIN, gerade, wenn es um noch mehr Aufgaben geht; mache nicht zu viele Überstunden; spreche deine Bedürfnisse aus und lache über dich selbst.“

Wie du als berufstätige Mutter in deine volle Energie und Gesundheit kommst und dich mit kleinen Stressoren, vor großen Stressoren schützt, erfährst du in einem kostenlosen Beratungsgespräch mit mir. 

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Macht der Mittelweg pummelig?

Stella Brikey: „Laut Studien leben pummelige (nicht fettleibige!) Menschen länger, weil sie widerstandsfähiger sind. Könnte es auch damit zusammenhängen, dass sie ein gesundes Mittelmaß leben – mit etwas Fleisch, etwas Zucker, etwas Sport …. Und sich einfach nicht so stressen und mehr genießen, als andere?“

Verena Krone: „Hier kommen zwei Aspekte zusammen, die wir mal kurz ein wenig auseinandernehmen müssen. Erst einmal gibt es zwei Stresstypen. Die sogenannten Habituatoren (Typ B) und die Non-Habituatoren (Typ A). Beide Typen besitzen einen anderen Wirkmechanismus auf langfristig anhaltenden Stress reagieren zu können. Befinden sich beide in einer entspannten Lebenslage, gibt es keinen Unterschied. Doch wehe es kommt Stress dazu. Insbesondere langfristiger, nicht enden wollender Stress. Dann reagieren sie unterschiedlich. Der Habituator (Typ B) hat nun die Fähigkeit seine Stresssysteme einzudämpfen. Die hüftbetonte Gewichtszunahme ist eine Nebenwirkung dieser Anpassungsfähigkeit. Wohingegen der Non-Habituator diesen Mechanismus nicht nutzen kann und dann mit einem chronisch aktiven Stresssystem zu kämpfen hat. Er nimmt am Anfang sogar erst ab, um dann taillenbetont ein wenig zuzunehmen. Hier steigt viel schneller das sogenannte viszerale Bauchfett. Jenes, welches gesundheitliche Nachteile mit sich bringt, aber nicht direkt sichtbar ist. Der Stress-Typ-B hat nicht nur eine bessere Strategie, um mit Stress umgehen zu können, sondern hat auch eine höhere Lebenserwartung. Das von ihnen angesprochene Mittelmaß sorgt nicht für Übergewicht oder kein Übergewicht, sondern bringt eventuell eher die natürliche Figur ans Tageslicht. So viele Frauen kasteien sich irgendeinem Schönheitsideal zu entsprechen, obwohl dieses nicht ihrer Natur entspricht. Das macht Stress und hier schließt sich der Kreis zu den beiden Stresstypen und den beiden genannten Aspekten. Ich empfehle hier jeder Frau den Film Embrace von und mit Taryn Brumfitt.“

Wird aus Verzicht Lust?

Stella Brikey: „Der Philosoph Robert Praller sieht die heutige neoliberale Kultur auf Seiten der Massen von Lustvermeidung und Askese geprägt. Aus Verzicht auf Lust werde Lust auf Verzicht. Wie erklären Sie sich das? Warum sind wir in 2019 alle so spaßbefreit?“

Verena Krone: „Ich denke, dass auch hier wieder zwei Dinge zusammenkommen, die ich auch schon genannt hatte. Zum einen haben wir gesamtgesellschaftlich durch die wachsenden Möglichkeiten, wohl alle (ohne dass, das pauschalisierend gedacht ist) maßlos übertrieben und nun stecken wir in einer Zeit, in der uns diese Maßlosigkeit und Völlerei sehr bewusst wird. Was für mich den zweiten Aspekt darstellt, nämlich – welche Bilder sehe ich jeden Tag? Ob in den Zeitungen oder in den sozialen Medien. Weltuntergangsszenarien erscheinen zumindest in meiner Chronik regelmäßig. Als Mutter, die alles perfekt machen möchte und noch einen Funken an Spaß empfinden möchte, erscheint mir die Strategie „Lust auf Verzicht“ sehr schlau. Denn hier wird mir nichts genommen, sondern ich gewinne ja – nämlich die Lust. In unserem Konsumverhalten macht die Strategie „Lust auf Verzicht“ durchaus auch Sinn. Doch legen wir dieses Mäntelchen nun über alle Lebensbereiche drüber? Verzicht auf Zucker. Verzicht auf Fleisch. Verzicht aufs Auto. Verzicht auf Was-weiß-ich. Wir verlieren einfach immer wieder zu leicht den mittleren Weg und damit unsere Balance. Und genau hier liegt für mich die größte Gefahr in einen von Perfektionismus geprägten Dauerstress zu geraten.“

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